JAHRESPROJEKT 2016

"Maa-Gschichdn“ - Hörpfad am Obermain

Ein Kooperationsprojekt der Umweltstation Fuchsenwiese mit der Umweltstation Weismain

„Grüß Gott holder Fremder, da du dir die Zeit nimmst, werde ich Dir nun eine Geschichte erzählen, die man sich bei uns an stürmischen Wintertagen erzählt: Eines Winters vor langer Zeit, als die Brücke von Dörfleins nach Hallstadt noch nicht gebaut war, trug sich folgendes verhängnisvolles Ereignis zu…….“

Das Hörspiel zur Sage haben sich Jugendliche, die sich in ihrer Freizeit als Gruppe zusammen gefunden haben, ausgedacht. Es erzählt eine schauerliche Geschichte von Frauen, die mit dem Fährmann über den Main gesetzt sind. Es ist eines von elf Audioclips, die 2016 als Kooperationsprojekt der Umweltstation Fuchsenwiese mit der Umweltstation Weismain entstanden sind.

Ziel war es entlang des Main-Radweges von Bamberg bis Burgkunstadt im Landkreis Lichtenfels einen Audio-Pfad mit 11 unterschiedlichen Hörstationen zu entwerfen. Die entstandenen Hörgeschichten können einerseits über die Websites der Umweltstationen abgerufen werden, andererseits wurden QR-Codes an Stelen oder vorhandenen Infotafeln am Main-Radweg angebracht, so dass Besucher vor Ort die Geschichten mittels einer APP für Smartphones hören können.

„Wichtig war uns dabei, dass wir in einer visuell geprägten Zeit wieder das Zuhören lernen“, so Brigitte Pfister, Leiterin des Projektes. Dazu mussten an den entsprechenden Standorten passende Geräusche aufgenommen, Texte eingesprochen und akustische Produktionen erstellt werden. Die einzelnen Autorengruppen wurden dabei von den Referenten der Umweltstationen intensiv betreut. Sie wurden mittels erlebnispädagogischer Methoden in die Standorte bzw. Lebensräume und Themen eingeführt. Es folgten Einweisungen in Interviewtechniken, Erzähltechniken und in die Gestaltung eines „Drehbuches“. Zuletzt wurden die einzelnen Tondateien mit dem Schnittprogramm „Audacity“ von den Jugendlichen zu spannenden Geschichten zusammen geschnitten.

Das Projekt wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert.

Am Hörpfad-Projekt teilgenommen haben auch Schülerinnen des Eichendorff-Gymnasiums. Aufgrund eines vergessenen Schafes suchen sie den Wanderschäfer und interviewen ihn über seinen Tagesablauf. Sie erfahren, dass durch die Beweidung die Landschaft extensiv gepflegt wird und dies der Artenvielfalt in der Natur zu Gute kommt. Auch die Uni Bamberg hat an dem Projekt teilgenommen. Lehramtsstudentinnen schrieben und vertonten zwei Märchen – eines über Kleinlebewesen im Wasser, das andere über den Flussregenpfeifer und sein gut getarntes Gelege im Kiesbett. Weitere Geschichten handeln vom Biber, der von einem Naturreporter über seinen Lebensraum und seine Lebensweise interviewt wird. Im Landkreis Lichtenfels wird das Thema Flößerei mit dem Standort in Schwürbitz, das Leben im Auwald bei Redwitz sowie der Kiesabbau und die Folgenutzung als Baggersee behandelt. Natürlich darf das Thema Kopfweiden und Weidenflechterei in Lichtenfels nicht fehlen. Beim Besuch eines Korbmachers erfahren die Kinder viel über die Baumart und das Traditionshandwerk. „Die Gruppen haben es geschafft, relativ schwierige Inhalte in unterhaltsame Geschichten zu packen“, so der Leiter der Umweltstation in Weismain. 

An jeder Station wird eine Geschichte zum Thema Natur oder Kultur erzählt, die von Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen entworfen wurde.

ÜBERSICHT:

Vorwort

Station 1:  Allgemeines zum Main, Autor: Umweltstation Weismain

Station 2Auwald, Rodach-Biotop bei Redwitz, Autor: Jugendgruppe "Maulwürfe" des OGV Redwitz, Anleitung: Kerstin Schmidt

Station 3Kiesabbau und Folgenutzung, Kieswerk Schramm, Rudufersee; Autor: Umweltgruppe der Realschule Burgkunstadt, Anleitung: Adriane Lochner

Station 4: "Die Flößer kumma" - Flößerei bei Schwürbitz; Autor: Ministrantengruppe Schwürbitz, Anleitung: Christian Luplow

Station 5Weiden und Flechten; Autor: 4. Klasse der St.-Katharina-Schule Lichtenfels, Anleitung: Christian Luplow

Station 6Der Wasserkreislauf / Der Dorfbach von Döringstadt; Autor: Jugendgruppe "Turmfalken" der Garten- und Blumenfreunde Döringstadt, Anleitung: Michael Stromer

Station 7: „Das unsichtbare Ei“, ein Märchen zum Flussregepfeifer; Autor: Lehramtsstudierende der Uni Bamberg, Anleitung: Brigitte Pfister, Anne Schmitt

Station 8: „Der Ring im Main“, Kleinlebewesen im Fluss erzählen; Autor: Lehramtsstudierende der Uni Bamberg, Anleitung: Brigitte Pfister, Anne Schmitt

Station 9: „Interview mit einem Biber“, ein Biber erzählt über seine Lebensweise und seinen Lebensraum; Autor: evang. Jugend St. Philippus, Bamberg, Anleitung: Christoph Diedicke

Station 10: „Das verlorene Schaf“, Interview über die Wanderschäferei am Kreuzberg; Autor: Schülerinnen des Eichendorff-Gymnasiums Bamberg, Anleitung: Brigitte Pfister, Anne Schmitt

Station 11: Gruselgeschichte „Wen sich der Main holt“ – Main-Sage; Autor: freie Gruppe junger Erwachsener, Bamberg, Anleitung: Judith Fürst

Informationen über die Abschlussveranstaltung lesen Sie im Artikel aus dem Obermain-Tagblatt vom 15.11.2016 —»

Artikel aus dem Fränkischen Tag vom 24.10.2016 —» 

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