Entwicklung des Äbtissensees - eine Erfolgsgeschichte für die Artenvielfalt

2019 niedriger Wasserstand, zwar nicht trocken gefallen, aber erste Veränderungen in der Zusammensetzung der vorhandenen Arten

Blaukehlchen, Bild: Max Dorsch
Blaukehlchen, Bild: Max Dorsch

Das Areal des Äbtissensees, ein wertvoller Feuchtlebensraum mit großflächigen Flachwasserzonen, nördlich der A 70 und östlich des Börstig, im fünften Jahr nun unter den Fittichen des LBV, konnte infolge des monatelangen Trockenfallens durch den extrem niederschlagsarmen und heißen Sommer 2018 im Winter seinen Wasservorrat nicht vollständig wieder auffüllen. 2019 fiel er zwar nicht gänzlich trocken, wies im Sommer aber über einen längeren Zeitraum lediglich nur noch zahlreiche Wasserinseln auf dem Areal auf.  

TIERARTEN:

Beobachtet werden konnten einige Wasserfrösche. Im Frühjahr zog ein Höckerschwanpaar erfolgreich drei Jungvögel groß. 3 Pärchen Zwergtaucher und einige Knäkenten, Schnatterenten, Tafelenten, Reiherenten, Löffelenten waren im Frühjahr zu Besuch. Ausgemacht wurden etwa 10 Brutpaare Blässhühner, 1 Paar Teichhühner und mindestens vier Paare Stockenten. Zu Besuch kamen wieder zahlreiche Lachmöwen, die an ihrem braunen, farblich deutlich abgesetzen Kopf im Kontrast zum weißgrauen Federkleid und am lauten eindringlichen Rufen zu erkennen sind. Im Schilf hat sich erstmalig das Blaukehlchen zur großen Freude unserer Vogelfreunde heimisch gefühlt. Der standorttreue Biber verlagerte seine Aktivitäten inzwischen mehr in den Gründleinsbach.

Da durch das in 2018 monatelange Trockenfallen des Areals der Fischbestand auf null reduziert wurde, haben sich wohl durch das fehlende Nahrungsangebot Haubentaucher & Co 2019 nicht mehr blicken lassen.

Die Kreisgruppe sieht der Entwicklung resp. Veränderung in der Artenzusammensetzung der am und im Gewässer lebenden Tierarten weiterhin mit Spannung entgegen. 

Schnatterente - Blässhuhn - Knäkente - Höckerschwan mit Stockenten - Sumpfmeise, Bilder: Martin Wölker

Blässhuhnküken - Zwergtaucher - Lachmöwe - Nilgans, Bilder: Martin Wölker 

2018 - das Jahr der extremen Trockenheit

Areal des gewöhnlich mit einer Wasserfläche bedeckten Äbtissensees, Bild: Martin Wölker
Areal des gewöhnlich mit einer Wasserfläche bedeckten Äbtissensees, Bild: Martin Wölker

 

Im vierten Jahr ist der See durch die extrem trockenen Witterungsverhältnisse etwa 4 Monate (ab Juli) trocken gefallen.

Nutznießer waren in der direkten Folge verschiedene Vogelarten, die vom durch Fische, Insektenlarven und Wasserschnecken reichlich gedeckten Tisch auf dem Gewässergrund entsprechend profitierten. So bot sich beispielsweise kurzzeitig die spektakuläre Szenerie, dass 4 Schwarzstörche in Gesellschaft von ca. 50 Graureihern auf der Fläche gemeinsam bei der emsigen Nahrungsaufnahme flanierten.

Da durch dieses temporäre Trockenfallen der Fischbestand auf null reduziert wurde, sieht die Kreisgruppe einer nachfolgenden Entwicklung resp. Veränderung in der Artenzusammensetzung der am und im Gewässer lebenden Tierarten in den nächsten zwei Jahren mit Spannung entgegen.

Äbtissensee - verschiedene Wasserstände und Jahreszeiten - Haubentaucher, Bilder: Martin Wölker

Weißstorchschutz

Die Daten & Fakten zu den Horst-standorten im Landkreis werden regelmäßig erfasst und an die LBV-Weißstorchexpertin Oda Wieding zur zentralen Dokumentation, Auswertung und Maßnahmenko-ordination weitergeleitet.

Amphibienschutz

Die Kreisgruppe ist im Landkreis im Amphibienschutz gemeinsam mit anderen engagierten Mitma-cher*innen aktiv.

Vogelbeobachtungen

Vogelbegeisterte beobachten aufmerksam die Vogelwelt im Landkreis und geben besondere Sichtungen zur Dokumentation an uns weiter.

Kreisgruppenaktivitäten

Beratung in Artenschutzfragen für das häusliche Umfeld, Nistkasten-kontrollen, Informationsstände, Exkursionen und vieles mehr.