Gelbbauchunke im Landkreis Bamberg

Die Kreisgruppe startet ein Artenschutzprojekt zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen

Gelbbauchunkentümpel
Gelbbauchunkentümpel
Rückespuren als Laichstandort
Rückespuren als Laichstandort
Bilder: Martin Wölker
Bilder: Martin Wölker

Gelbbauchunke, Bild: Martin Wölker
Gelbbauchunke, Bild: Martin Wölker

In Bayern gilt die Gelbbauchunke als "stark gefährdet", wird als Rote- Liste-Art geführt und der Erhaltungszustand als ungünstig bis schlecht bewertet. Die wenigen Vorkommen im Landkreis gelten vor allem durch die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre als besonders schutzbedürftig, wobei die Sicherung der Laichgewässer maßgeblich im Vordergrund steht.

Die in diesem Jahr erstmals geförderte Maßnahme bezog sich auf von Aktiven der Kreisgruppe ausgewählte Standorte. An diesen wurden zunächst ab April potentielle Laichgewässer erfasst, ab Mai der Bestand von adulten Tieren, Larven und Laich erhoben und dann diese Laichgewässer kartiert sowie beurteilt nach deren Eignung als Reproduktionsgewässer und Möglichkeiten diese zu verbessern. Ebenso sollen kurzfristige Hilfsmaßnahmen bei drohender Austrocknung der erfassten Laichgewässer, beispielsweise durch Bewässerungsmaßnahmen durchgeführt werden. Grundlegende, als notwendig bewertete, Verbesserungsmaßnahmen der kartierten Standorte sind für das kommende Jahr nach Beurteilung der diesjährigen Maßnahme geplant.

Das Amphibienjahr im Landkreis Bamberg

2020, ein "normales" Amphibienjahr - Sandhof weiterhin mit bedrohlichen Wasserständen in den Laichgewässern

Kreuzkrötenkaulquappen und Bergmolch, Bild: Martin Wölker
Kreuzkrötenkaulquappen und Bergmolch, Bild: Martin Wölker

Die Kreisgruppe betreut gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen die Amphibienübergänge in Sandhof und Deusdorf.

Im gesamten Landkreis konnten an 25 Übergängen 38.801 (2018: 43.411) Amphibien sicher über die Straße gebracht werden  - hier die detaillierten Ergebnisse zu den 25 Standorten im Landkreis

Die deutlich erkennbaren Unterschiede dieser Zahlenwerte sind als unbedenklich zu bewerten, da es von Jahr zu Jahr zu witterungsbedingten Schwankungen kommen kann bzw. nicht alle Tiere zum ablaichen wandern. Bisher schlagen sich die inzwischen drei trockenen Sommer in Folge nicht in den Ergebnissen nieder, denn in 2020 waren die Zahlen insgesamt wieder so gut wie im langjährigen Durchschnitt.

Der LBV möchte sich bei allen Helferinnen und Helfern herzlich bedanken, ohne deren engagierten Einsatz, diese wichtigen Aktionen nicht möglich wären!

Falls Sie auch im kommenden Jahr Interesse haben, wenden Sie sich an Martin Wölker!

Laubfrosch, Erdkröten, Grasfrosch... , Bilder: Martin Wölker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oberer Haussee bei Sandhof,                 Bilder: Martin Wölker


Grasfrösche, Bild: Max Dorsch
Grasfrösche, Bild: Max Dorsch

Standort Sandhof: 

Die drei trockenen Sommer in Folge haben den Wasserstand inzwischen maßgeblich gesenkt. In den Wintermonaten konnte der Wasservorrat nicht aufgefüllt werden, da es sich hier um einen „Himmelsweiher“ handelt, der nicht durch den Zufluss eines Fließgewässers gespeist wird, sondern lediglich über Niederschläge. So droht lang- bzw. mittelfristig der Obere Haussee trocken zu fallen, sollten sich die Witterungsbedingungen dergestalt weiterentwickeln. Damit würde eine bedrohliche Situation für Kaulquappen entstehen, da gegebenenfalls bis zum adulten Tier nicht ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Langfristig würde das einen Einbruch der Gesamtpopulation bedeuten. Am Unteren Haussee wurde 2020 bei Sanierungsarbeiten ein neuer Mönch vom Forstbetrieb gesetzt. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde auch das Ufergehölz zurückgedrängt, welches die Flachwasserzonen gut beschattet hatte. Erhofft wird hierdurch für die Zukunft, dass der Laubfrosch nun auch hier die günstigen Bedingungen zur Laichablage nutzt.

LBV-Kartierungsprojekt für den Amphibienschutz mit Beteiligung des LBV Bamberg

Im Rahmen des Projektes "Management von Lebensräumen FFH-relevanter Amphibienarten in Rohstoffgewinnungsstätten" hat der LBV gemeinsam mit Abbauunternehmen begonnen, Lebensbedingungen für Amphibien in Steinbrüchen und Kiesgruben zu verbessern. In Zapfendorf wurde in guter Zusammenarbeit mit der Porzner Steine und Erden GmbH 2020 eine Amphibienkartierung begonnen (3-Jahres-Projekt) zur Planung von Renaturierungsmaßnahmen eines Main-Altarmes.

Erdkröten in Hochzeitsstimmung, Bild: Martin Wölker
Erdkröten in Hochzeitsstimmung, Bild: Martin Wölker
Erdkrötenkaulquappen, Bild: Martin Wölker
Erdkrötenkaulquappen, Bild: Martin Wölker

Bergmolch, Bild: Martin Wölker
Bergmolch, Bild: Martin Wölker

 

2019 - ein gutes Jahr für die Amphibien - Übergang Sandhof mit Damoklesschwert "Wassernotstand"

Im gesamten Landkreis konnten an 24 Übergängen 43.411 (2018: 48.157) Amphibien sicher über die Straße gebracht werden  - hier die detaillierten Ergebnisse zu den 24 Standorten im Landkreis

Die deutlich erkennbaren Unterschiede dieser Zahlenwerte sind als unbedenklich zu bewerten, da es von Jahr zu Jahr zu witterungsbedingten Schwankungen kommen kann bzw. nicht alle Tiere zum ablaichen wandern.

In 2019 waren die Zahlen insgesamt wieder so gut wie im langjährigen Durchschnitt.

Insgesamt dauerte die Amphibienwanderung etwa 4 Wochen, unterbrochen von einem Kälteeinbruch. Die Hauptwanderung verlief sehr schnell innerhalb von etwa 14 Tagen.

Grasfrosch, Bild: Martin Wölker
Grasfrosch, Bild: Martin Wölker

AMPHIBIEN IM LANDKREIS BAMBERG IN 2018

Traditionsgemäß wurden von der Kreisgruppe Bamberg des Landesbund für Vogelschutz e. V. (LBV) in Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz (BN) und vielen ehrenamtlichen Helfern wieder die Amphibienübergänge in Sandhof und Deusdorf betreut. Es konnten im gesamten Landkreis an 22 Übergängen 48.157 (2017: 40.850) Amphibien sicher über die Straße gebracht werden (detaillierte Zahlen).

Der deutlich erkennbare Unterschied dieser Zahlenwerte ist als unbedenklich zu bewerten, da es von Jahr zu Jahr zu witterungsbedingten Schwankungen kommen kann bzw. nicht alle Tiere zum ablaichen wandern. Sehr schön zu beobachten war im vergangenen Jahr am unteren Haussee bei Sandhof, dass kurz nach einer Entbuschungsmaßnahme am Gewässerrand Anfang Februar bereits die Laichschnüre des Grasfrosches im sonnendurchfluteten Flachwasser auszumachen waren.

Die Wanderungsperiode war aufgrund der langen sehr kalten Witterungsverhältnisse insgesamt kürzer ausgefallen, statt durchschnittlich 3 nur ca. 2 Wochen.

Am Übergang Sandhof wurden ca. 50 % weniger Tiere gezählt als im Vorjahr. Obwohl dieses Phänomen nicht bekannt zu sein scheint, zeichnet sich am Übergang Sandhof gemäß langjähriger Beobachtung ab, dass diese Einbrüche in Zusammenhang mit größeren Holzeinschlagmaßnahmen im direkten Umkreis von ca. 200 Metern um die Laichgewässer stehen. Bei den letzten Ereignissen dieser Art kam es bisher nach 1 bis 2 Jahren immer wieder zu einer Erholung der Population.

Bei einer Kartierung am oberen Haussee bei Sandhof wurden Mitte April 40 lautgebende Laubfrösche, Anfang Mai noch 30 gezählt.

Weißstorchschutz

Die Daten & Fakten zu den Horst-standorten im Landkreis werden regelmäßig erfasst und an die LBV-Weißstorchexpertin Oda Wieding zur zentralen Dokumentation, Auswertung und Maßnahmenko-ordination weitergeleitet.

Äbtissensee

Seit 2015 befindet sich das Areal des Äbtissensees unter den Fittichen des LBV Bamberg und darf sich als wertvoller Feuchtle-bensraum natürlich entwickeln.

Vogelbeobachtungen

Vogelbegeisterte beobachten aufmerksam die Vogelwelt im Landkreis und geben besondere Sichtungen zur Dokumentation an uns weiter.

Kreisgruppenaktivitäten

Beratung in Artenschutzfragen für das häusliche Umfeld, Nistkasten-kontrollen, Informationsstände, Exkursionen und vieles mehr.