Der AK Regnitzaue bei der LBV-Kreisgruppe Bamberg

Bild: Andreas Märtlbauer
Bild: Andreas Märtlbauer

Der Arbeitskreis Regnitzaue wurde Anfang 2021 im Rahmen der Neustrukturierung der KG ins Leben gerufen.

Ansprechpartner dieses Arbeitskreises ist Andreas Märtlbauer.

Im nachfolgenden Bericht können Sie die die Aktivitäten der letzten 10 Monate verfolgen:

Der Anfang des Jahres gebildete Arbeitskreis Regnitzaue hat sich zum einen dem Feldlerchenschutz in den Buger Wiesen und zum anderen dem Schutz der an den Regnitzufern brütenden Flussregenpfeifer, Flussuferläufer und Eisvögel verschrieben. 

Dabei geht es z.B. darum, die Freizeitsuchenden über die hier (noch!) vorkommende Vogelwelt aufzuklären und für ein rücksichtsvolles Verhalten, besonders während der Brutzeit, zu werben.

Dazu wurden im Frühjahr zunächst vier kleine Schilder aufgestellt, die die Buger Wiesen als Brutgebiet der Feldlerche ausweisen und die Besucher bitten, während der angegebenen Brutzeit auf den Wegen zu bleiben und ihre Vierbeiner anzuleinen.

Gleichzeitig ist es gelungen, den dort maßgeblichen Landwirt für die nächsten fünf Jahre in ein Landschaftspflegeprogramm einzubinden. Ein Wehmutstropfen jedoch war die zu frühe Mahd einer ca. 6 ha großen Magerwiese mit 3-4 Feldlerchenbrutpaaren, welche im Wasserschutzgebiet liegt und von den Stadtwerken Bamberg verpachtet wird. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr zusammen mit den Stadtwerken gelingt, den Bewirtschafter dieser auch botanisch wertvollen Wiese (Knabenkräuter!) zusätzlich noch von einer späteren Mahd zu überzeugen. (Der Landwirt hat bereits ein Programm mit Pestizid- und Düngemittelverzicht gewählt.)

Erfreulicher Weise haben wir inzwischen auch die Zusage der Stadt Bamberg, unser Feldlerchenprojekt mit EUR 800,- aus einem Unterstützungsfonds zu fördern. Mit diesem Budget soll u.a. ein großes Informationsschild installiert und ein Flyer gedruckt werden, um noch stärker als bisher Aufmerksamkeit und Sensibilität für diese und andere Feldbewohner bei den Besuchern zu wecken.

Wenige Kilometer flussaufwärts ist es gelungen, die Brutbedingungen auf den Inseln des sogenannten Strullendorfer Biotops v.a. für den Flussregenpfeifer, der aktuell dort brütet, zu verbessern. Eine Aufklärungskampagne mittels Flyer, die überwiegend persönlich an die dortigen Erholungssuchenden verteilt werden, kombiniert mit Verbotsschildern für die Inseln und Beschränkung der Zufahrtswege, welche regelmäßig von einem dafür eingesetzten Ordnungsdienst der Gemeinde kontrolliert werden, waren hier die Mittel der Wahl. In der Bamberger Lokalpresse (Fränkischer Tag) wurde im Juni bereits darüber berichtet.

Bei all diesen Einzelmaßnahmen verlieren wir unser Ziel, die Ausweisung eines Naturschutzgebietes zwischen Bamberg Bug und Hirschaid, nicht aus den Augen.

Andi Märtlbauer ist nicht mehr wegzudenken aus den Regnitzauen zwischen Bug und Strullendorf. Vor allem die Feldlerche steht bei seinen Bemühungen um dieses Kleinod, den Lebensraum Buger Wiesen, im Vordergrund.

Aufmerksamen Spaziergängern sind garantiert die im April dieses Jahres aufgestellten Schilder aufgefallen, über die, mit einem QR-Code versehen, auf die Informationen auf der Homepage der Bamberger LBV-Kreisgruppe zugegriffen werden kann.

Andi Märtlbauer liegt vor allem erst einmal die Information der Bürgerschaft am Herzen, die diesen Naturraum nutzt. In diesem Rahmen strebt er eine Sensibilisierung für die Erhaltung der sensiblen Natur vor Ort an. Engagiert hat er bereits einen Infoflyer gestaltet, der beispielsweise bei der Gemeindeverwaltung Strullendorf als Printmedium ausliegt.

Eine gute Kommunikation mit den im Bamberger Süden beheimateten Landwirten ist ihm ebenso wichtig wie die Kooperation mit der benachbarten Gemeinde Strullendorf.

Mit dem Landwirt Michael Schrüffer beispielsweise besteht ein reger Austausch. Dieser hat freundlicherweise Fotos von Lerchenfenstern auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen und angelegten Blühflächen des Familienbetriebes für die Veröffentlichung auf der LBV-Homepage zur Verfügung gestellt: 

Bilder: Michael Schrüffer


Ebenso erläutert er, dass der Familienbetrieb sich seit Jahrzehnten für den Erhalt und die Förderung der Natur einsetze. So würden Blühflächen für Insekten und Niederwild angelegt, außerdem Leguminosen, wie z.B. Klee, angebaut, die Stickstoff aus der Luft im Boden binden sollen. Grünland würde erhalten und über späte Mahd-Termine würden seltene Arten geschont werden.

„Wir versuchen über die Extensivierung von Äckern einen Weg zwischen biologischer Landwirtschaft und konventioneller Landwirtschaft zu finden, da beides Vor- und Nachteile hat“, so Michael Schrüffer. „Außerdem setzen wir seit über 30 Jahren keinen Pflug mehr ein, damit der über die Jahre im Boden gebundene Kohlenstoff weiterhin gespeichert bleibt. Unser ältestes Mitglied im Betrieb mein Opa Michael Usselmann hat mir als Kind schon gezeigt und erklärt wie wichtig "Lerchenfenster" sind und dies setze ich fort.“